Die traditionelle chinesische Kunqu Oper


Die Kunqu Oper ist ein Gesamtkunstwerk, das sich durch einen großen Reichtum an Ausdrucksformen auszeichnet. Nicht nur Musik, Gesang und Schauspiel bestimmen das Geschehen auf der Bühne, sondern auch Masken, Kostüme, Pantomime, Tanz, Akrobatik und Kampfkunst. Die verschiedenen Elemente dienen jedoch keinesfalls einer naturalistischen Erzählung, sondern übersetzen eine komplexe Symbolsprache, die tief in der chinesischen Tradition verwurzelt ist.

Die Kunqu Oper entstand während der Ming-Dynastie (1368-1644) als neue Form des Schauspiels. Vom späten 16. Jahrhundert an hat sie schrittweise eine zentrale Rolle auf den chinesischen Bühnen eingenommen und wurde zur bedeutendsten Schauspielform der nächsten beiden Jahrhunderte. Für die Kunqu Oper wurden viele große Werke der chinesischen Literatur verfasst.



         

Mit der Entwicklung der Welt zur Moderne und dem sich verändernden Leben der Menschen in China änderte sich auch das Interesse an der Kunqu Oper. Dennoch konnte sie bis heute ihre Tradition aufrecht erhalten und sich behaupten. In den letzten Jahrzehnten lebte die Begeisterung für die Kunqu Oper wieder auf. Zahlreiche Kunqu Künstler und Theoretiker widmeten sich der Produktion und Erforschung von Kunqu Opern und versuchten an den früheren Ruhm der beliebten Kunstform anzuknüpfen. Dank gezielter staatlicher Bewahrung und Förderung betritt die Kunqu-Oper heute die Bühne der Weltkultur. Im Jahr 2001 wurde sie von der UNESCO in die Liste der „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ aufgenommen.